Wie man jungen Menschen helfen kann, Online-Inhalte besser zu verstehen

Das Internet und die sozialen Medien können großartige Informationsquellen sein. Das heißt aber nicht, dass alle Informationen korrekt oder vertrauenswürdig sind. Um das Gute vom Schlechten zu unterscheiden, müssen Eltern ihren Teenager*innen dabei helfen, Online-Medienkompetenz zu entwickeln.

Genau wie Erwachsene müssen auch Jugendliche lernen zu erkennen, welche Informationen glaubwürdig sind und welche nicht oder ob Medien oder Bilder manipuliert wurden. Es braucht Zeit, gute Gewohnheiten zu entwickeln und beispielsweise keine Inhalte online zu teilen, die nicht wahr sind oder nicht überprüft werden können.

Tipps zum Aufbau von Medienkompetenz

Es ist nie einfach, auf Anhieb zu wissen, ob Informationen glaubwürdig sind oder nicht. Aber wie auch in der Offline-Welt gibt es einige grundlegende Maßnahmen, mit denen du junge Menschen dabei unterstützen kannst, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was korrekt und vertrauenswürdig ist und was nicht.

Fangen wir mit den Grundlagen an: Bevor sie mit Inhalten interagieren oder diese teilen, sollten Jugendliche sich ein paar Fragen stellen, die ihnen Aufschluss über die Inhalte geben können. Dazu gehören die berühmten fünf W-Fragen: Wer? Was? Wo? Wann? Und warum?

  • Wer hat diesen Inhalt geteilt? Kennst du diese Person? Woher kennst du sie? Wenn die Person etwas von einer anderen Quelle geteilt hat, was für eine Quelle ist das? Je näher du an die eigentliche Quelle herankommst, desto mehr kannst du über sie erfahren.
  • Was sagen andere Quellen? Bevor du etwas teilst, solltest du dich etwas umschauen und herausfinden, ob du andere seriöse Quellen findest, die das Gleiche sagen. Informationen, die von anderen vertrauenswürdigen Quellen bestätigt werden, sind mit größerer Wahrscheinlichkeit korrekt.
  • Woher stammen die Informationen? Seriöse Nachrichtenquellen, die es mit ihrer journalistischen Integrität ernst meinen, geben transparent an, woher ihre Informationen stammen. Schau dir gemeinsam mit deinem*deiner Teenager*in die „Info“-Seite einer Quelle an (falls es eine gibt). Dort könnt ihr sehen, wie lange es die Quelle bereits gibt und ob ihr Hintergrund dafür spricht, dass man ihr vertrauen kann.
  • Wann wurden die Inhalte erstellt? Manchmal werden alte Bilder, Zitate oder Geschichten zweckentfremdet, was zur Verbreitung von Fehlinformationen führen kann. Wenn man weiß, wann Inhalte ursprünglich erstellt wurden, kann man mehr über ihren Kontext erfahren und erhält weitere Hinweise auf ihre Glaubwürdigkeit.
  • Warum wurden die Inhalte erstellt? Überlege dir den Grund, warum ein Inhalt erstellt und geteilt wurde. Manche Inhalte sollen uns informieren, andere sollen uns zum Lachen bringen, und wieder andere haben überhaupt keinen Zweck. Wenn du ein Gefühl dafür bekommst, warum jemand einen Inhalt erstellt hat, kannst du besser erkennen, ob er vertrauenswürdig ist oder nicht.

Alle diese Tipps sind nur ein Anfang. Es wird einige Zeit dauern, bis Jugendliche ein gutes Gespür dafür entwickeln, welchen Informationen man im Internet trauen kann und welchen nicht. Mach es dir zur Gewohnheit, Zeit mit ihnen online zu verbringen. Leite Teenager*innen dazu an, ihr eigenes Urteilsvermögen zu nutzen, um gute Entscheidungen darüber zu treffen, was sie lesen, erstellen, teilen und womit sie interagieren.

Wie du noch helfen kannst

Mithilfe der fünf W-Fragen kann man sich einen Überblick über den Kontext verschaffen. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, um Jugendliche und jungen Menschen dabei zu unterstützen, die Fähigkeiten für einen guten Medienkonsum im Internet zu erlernen.

Lass die Kommunikation nicht abreißen

Medienkompetenz beginnt zu Hause. Sie lässt sich nicht an einem Tag lernen. Eltern brauchen Zeit und Mühe, um Teenager*innen und junge Menschen dabei zu unterstützen, sich in der Welt der digitalen Informationen zurechtzufinden. Dabei hilft es, wenn du sie miteinbeziehst und mit ihnen sprichst. Sprich mit ihnen über Dinge wie:

  • Wem folgen sie online?
  • Welche Inhalte sehen und teilen sie?
  • Welche Fähigkeiten nutzen sie, um das Gesehene einzuordnen?
  • Was tun sie, wenn sie Informationen sehen, die unzuverlässig sein könnten?
  • Nehmen sie sich die Zeit, über Inhalte nachzudenken, bevor sie sie teilen?

Übungen zur Medienkompetenz

Hier ist eine Übung, die du mit deinem*deiner Teenager*in durchführen kannst, um glaubwürdige Quellen zu erkennen. Damit könnt ihr üben, Online-Quellen und -Informationen zu überprüfen.

  • Geht auf eine Website oder Plattform, die du oder dein*e Teenager*in zur Informationssuche nutzt.
  • Schaut euch gemeinsam einen Artikel, einen Blogbeitrag, ein Video oder sonstige informative Inhalte an.
  • Wendet die W-Fragen an: Wer? Was? Wo? Warum? Analysiert damit die Inhalte und schafft einen Rahmen, der dabei hilft, glaubwürdige Informationen zu erkennen.

Das könnt und solltet ihr gemeinsam tun.

Diese Fähigkeiten zu erlernen, braucht Zeit. Aber mit ein wenig Übung und deiner Unterstützung kann dein*e Teenager*in lernen, wie er*sie kritisch mit Online-Informationen umgeht. So helft ihr gemeinsam, die Verbreitung von Fehlinformationen zu stoppen.

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