KI wird ein immer wichtigerer Bestandteil dessen, wie Teenager lernen, Dinge gestalten und die Welt um sich herum erkunden. Eltern haben manchmal das Gefühl, sie verlieren den Anschluss, vor allem, weil sich die Technologie ständig weiterentwickelt. Aber keine Sorge: Du musst kein*e KI-Expert*in sein, um mit deinem Teenager ein sinnvolles Gespräch über dieses Thema zu führen. Sei einfach neugierig, offen und bereit, zuzuhören. Das Wichtigste ist für dich, jetzt das Gespräch zu suchen.Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Cyberbullying Research Center Anregungen für Gespräche entwickelt: offene Fragen, die du deinem Teenager stellen kannst, um ein wertungsfreies Gespräch über seine*ihre Erfahrungen mit KI zu beginnen. Jede Frage enthält Hinweise, die erklären, worauf die jeweilige Frage abzielt und wie man das Gespräch angehen kann.
1. Wobei hat dir KI bisher am meisten geholfen?
Beginne mit etwas Positivem. Jugendliche werden von Erwachsenen oft genug dafür kritisiert, wie sie Technologien nutzen. Ein ehrliches Interesse zu zeigen, kann daher die ganze Gesprächsatmosphäre verbessern. Hier geht es nicht um eine bestimmte Antwort, sondern einfach ums Zuhören. Wenn dein Teenager mit den Achseln zuckt oder sagt, dass er*sie sich nicht sicher ist, vermittle ihm*ihr, dass du nur wissen möchtest, ob KI schon einmal bei den Schulaufgaben oder beim Beantworten irgendeiner Frage hilfreich war. Gib ihm*ihr Denkanstöße. Was er*sie anspricht, sagt dir viel darüber, wie er*sie diese Tools tatsächlich nutzt.2. Hast du schon von jemandem gehört, der wegen KI in eine ungewöhnliche Situation geraten ist? Etwa in der Schule oder mit einem*einer Freund*in?
Fragen zu Freund*innen oder Klassenkamerad*innen sind oft leichter als direkte Fragen zu den eigenen Entscheidungen deines Teenagers. Die meisten haben entweder selbst etwas erlebt oder können zumindest über Erfahrungen in ihrer Altersgruppe berichten. Danach kannst du fragen, was er*sie davon hält und was er*sie in dieser Situation getan hätte. So lassen sich ganz natürlich Themen wie akademische Redlichkeit und das übermäßige Preisgeben persönlicher Informationen besprechen, oder die Frage, wann man statt einer KI besser eine Person um Hilfe bittet. Das soll kein Kreuzverhör sein. Du bist einfach wirklich neugierig auf die Online-Welt, in der er*sie sich bewegt.3. Würdest du es mir erzählen, wenn KI jemals etwas sagen würde, das dir unangenehm ist oder seltsam vorkommt?
Das ist eine der wichtigsten Fragen, die du stellen kannst. Damit signalisierst du deinem Teenager, dass er*sie jederzeit zu dir kommen kann. Mach dann direkt klar, dass du nicht überreagieren wirst und nur Bescheid wissen möchtest, damit ihr gemeinsam überlegen könnt, wie ihr damit umgeht. Wenn dein Teenager eine vage Antwort gibt oder das Thema zu vermeiden scheint, dränge ihn*sie nicht dazu, mehr zu sagen. Lass es erst einmal dabei. Du hast einen Denkanstoß gegeben und das ist wichtig – auch wenn daraus nicht unmittelbar etwas folgt.4. Gibt es etwas, das du einer KI niemals erzählen würdest? Zum Beispiel Dinge, die du für dich behalten möchtest?
Viele Menschen haben das noch nicht ganz verstanden. Sie entscheiden spontan, was sie teilen wollen, haben aber in dem Moment nicht gründlich überlegt. Es lohnt sich, jetzt darüber zu sprechen, bevor dein Teenager etwas teilt, das er*sie später möglicherweise bereut. Du kannst auch gern den Anfang machen. Dabei könntest du erklären, dass du versuchst, deine Eingaben für die KI sorgfältig zu formulieren, weil du weißt, dass die Systeme sich später auf frühere Teile der Unterhaltung beziehen können. Und dass man schnell das Gefühl hat, in einem privaten Austausch mit einem Bot zu stehen. Dabei muss man sich aber klar machen, dass alles, was man teilt, Daten sind, die irgendwo gespeichert werden – und dass es deshalb schlau ist, bewusst damit umzugehen. Gib deinem Teenager dann Raum, die eigenen Gedanken dazu zu äußern. Es gibt hier keine falschen Antworten, und für die meisten Menschen ist es von der jeweiligen Situation abhängig. Zeige, dass auch du noch nicht alle Antworten hast. So bleibt das Gespräch ehrlich und authentisch.5. Hast du die KI schon einmal etwas gefragt, weil es einfacher schien, als eine echte Person zu fragen?
Wenn dein Teenager sich hier öffnet, solltest du zwei Dinge ansprechen. Erstens, dass er*sie sich jederzeit vertrauensvoll an dich wenden kann und dass du ihn*sie nicht verurteilen wirst. Zweitens, dass es völlig in Ordnung ist, einige Dinge lieber alleine oder mit Freund*innen herauszufinden. Das gehört einfach zum Erwachsenwerden dazu, und die Frage, welche Rolle KI dabei spielt, ist absolut berechtigt. Erinnere deinen Teenager aber behutsam daran, dass die KI nicht immer richtige Antworten liefert und sich diese Technologie noch in der Entwicklung befindet. Bei wirklich wichtigen Dingen ist es immer sinnvoll, sich direkt an eine Person zu wenden, die man kennt und der man vertrauen kann.6. Wusstest du, dass Meta AI für Jugendliche in deinem Alter anders funktioniert als für Erwachsene?
Bitte beachte, dass Meta AI so eingerichtet ist, dass bestimmte Themen für Teenager anders verarbeitet werden. Einige Fragen werden weitergeleitet und auf andere Themen geht Meta AI überhaupt nicht ein. Bei sensiblen Themen wie die psychische Gesundheit verweist Meta AI beispielsweise eher auf externe Hilfsangebote, statt ein Gespräch dazu zu führen. Teile, was du weißt, und lass anschließend deinen Teenager erzählen, was er*sie weiß. Vielleicht hat er*sie darüber schon einmal nachgedacht. Wenn nicht, dann hast du ihm*ihr etwas zum Nachdenken gegeben.7. Mir ist aufgefallen, dass du dich in letzter Zeit mit [Thema] befasst hast. Was beschäftigt dich in diesem Bereich?
Im Familienbereich kannst du bis zu zehn allgemeine Themenbereiche sehen, die dein Teenager in den letzten sieben Tagen mit Meta AI erkundet hat, z. B. Gesundheit und Wohlbefinden, Technik oder Reisen. Die Kategorien sind weit gefasst, und du kannst zwar das Thema sehen, aber nicht, was genau gefragt wurde. So soll vielmehr der Einstieg in ein Gespräch erleichtert werden. Sieh dir diese Themen am besten gemeinsam mit deinem Teenager an, statt sie alleine durchzugehen. Wenn ihr das gemeinsam macht, signalisierst du, dass du nicht versuchst, deinen Teenager bei etwas zu erwischen. Dein Ziel ist es, echtes Interesse an den Dingen zu zeigen, die deinem Teenager wichtig sind – und nicht, etwas gegen ihn*sie in der Hand zu haben. Wenn etwas Sensibles zur Sprache kommt, versuche, nicht erschrocken zu reagieren. Verwende den Punkt einfach als Basis für das weitere Gespräch. Weitere Informationen über das Tool findest du im Meta-Hilfebereich.8. Hat KI dir schon einmal etwas gesagt, das sich später als falsch herausgestellt hat?
Die KI erfindet manchmal Dinge und zeigt sich dabei absolut selbstbewusst. Dein Teenager kennt vielleicht schon den Begriff dafür: „Halluzinationen“. Auch wenn sich KI-Modelle mit der Zeit ständig verbessern, werden Halluzinationen auch weiterhin auftreten. Wichtig ist, dass dein Teenager versteht, dass KI nicht dasselbe ist wie eine Suchmaschine – und dass es sinnvoll und gängige Praxis ist, ihre Antworten zu überprüfen. Wenn dein Teenager sagt, dass er*sie noch nie gemerkt hat, dass KI Inhalte erfunden hat, frag nach, woran er*sie das überhaupt erkennen würde. Mache deinen Teenager auch behutsam mit der Vorstellung vertraut, wie peinlich es sein könnte, mit großer Überzeugung etwas mit Freund*innen zu teilen, im Unterricht zu sagen oder in einer Aufgabe zu verwenden – das sich später als von der KI frei erfunden herausstellt.9. Was sagen deine Lehrer*innen zur Nutzung von KI für die Schule? Was meinen deine Freund*innen: Was ist definitiv OK und was definitiv nicht? Wo liegt für dich die Grenze?
Wenn du bei Fragen den Fokus auf andere legst, verringert das den Druck auf deinen Teenager. Er*sie soll selbst darüber nachdenken, welchen Unterschied es macht, ob er*sie die KI zum Brainstorming nutzt oder die Arbeit von ihr erledigen lässt. Es gibt keine einfache Antwort, und genau deshalb solltet ihr beide darüber sprechen. Bleib offen und versuche nicht, deine persönliche Haltung zu diesem Thema durchzusetzen. Vielleicht stimmst du deinem Teenager völlig zu, vielleicht hast du auch Einwände. Vielleicht wird dein Kind dir auch widersprechen. Genau das macht das Gespräch sinnvoll und produktiv.10. KI ist ein Thema, über das viel gesprochen wird. Hast du etwas darüber gehört oder gelesen, das dich nachdenklich macht, dir Sorgen bereitet oder das du im Moment einfach nicht verstehst?
Bei dieser Frage fühlst du vielleicht einen großen Druck, die richtigen Antworten zu liefern. Das ist nicht nötig. Wir befinden uns in einem Moment des Umbruchs, in dem vieles noch unbekannt ist. Hier geht es darum, einen sicheren Raum zu schaffen – jetzt und in Zukunft –, in dem es möglich ist, Gespräche über die immer größere Präsenz der KI in unserer Gesellschaft und in unserem Leben zu führen. Sprich ruhig darüber, wenn es etwas gibt, das dich nachdenklich stimmt oder dir Sorgen macht. Vielleicht hat dein Teenager sogar eine hilfreiche und erfrischende Sichtweise, die dir hilft, deine eigenen Gefühle dazu einzuordnen. Es ist in Ordnung, wenn du darauf noch keine Antworten hast. Wichtig ist, dass deine Familie solche Fragen im Laufe der Zeit gemeinsam besprechen kann.11. Ich weiß ehrlich gesagt nicht viel darüber, wie du KI tatsächlich nutzt. Hast du Lust, es mir einmal zu zeigen?
Wenn du deinen Teenager bittest, dir etwas beizubringen, verändert sich die Dynamik komplett. Denn jetzt ist er*sie diejenige mit der Autorität. Wenn du deinen Teenager in einem passenden Moment fragst, wird er*sie wahrscheinlich positiv auf diese Bitte reagieren. So erhältst du ein faszinierendes Bild davon, wie er*sie diese Tools tatsächlich nutzt – etwas, das auf andere Weise nur schwer herauszufinden wäre. Ihr könntet zusammen ins Lieblingscafé oder in die Lieblingseisdiele deines Teenagers gehen und euch etwas Leckeres gönnen, während er*sie dir zeigt, wie KI genutzt wird und was daran hilfreich ist. Wenn der Moment passt, macht am besten sofort einen Termin aus. Du solltest diese Gelegenheit, einen Einblick in die Welt deines Teenagers zu bekommen, nicht verpassen.FUNKTIONEN UND TOOLS
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